Die Normannen um 1066
Ein Mann, ein Mythos – Wilhelm der Eroberer
Obwohl er ein Bastard aus Falaise war, von den Seinen verstoßen, von Bauern aufgezogen und des Lesens und Schreibens kaum kundig, gelang es ihm, sich durch die Spitze seines Schwertes als Herzog der Normandie zu behaupten.

Im Januar 1066 übernimmt Harold Godwinson den englischen Thron als Nachfolger König Eduards „dem Bekenner". Daraufhin knüpft Wilhelm diplomatische Beziehungen zum Papst in Rom, Alexander II. Dieser erklärt den Kreuzzug gegen den Thronräuber und vertraut Wilhelm das Petrusbanner „Vexillium Sancti Pietri" sowie die Reliquien des Apostels an.
Feierlich ernennt Wilhelm seine Frau, Herzogin Mathilde von Flandern, für die komplette Dauer des Feldzuges zur Regentin über die Normandie. Auch diskrete Unterstützung erhält er durch den deutschen Kaiser Heinrich IV. und seinen Schwager, den Grafen von Flandern Balduin VI.
Die militärische Streitmacht
- mehr als 15.000 Soldaten
- 3.000 Pferde
- 1.000 Bogenschützen
- mehr als 560 Schiffe und 220 Drachenschiffe


Überfahrt & Schlacht
Die ganze Flotte wird in der Mündung der Dives zusammengezogen und wartet geduldig auf günstige Winde. Am 10. September sticht „ein Wald von Schiffen" in See. Doch ein Sturm zwingt sie zunächst nach Saint-Valery-sur-Somme. Nach dreiwöchigem Zwangsaufenthalt an der Küste der Picardie erheben sich die Winde erneut, und sie landen am 29. September bei Pevensey an der Südostküste Englands. Kaum erholt von seinem Sieg über die Norweger bei Stamford Bridge zieht Harold in einem Gewaltmarsch heran. Wilhelm gibt als Erster das Signal zum Angriff. Durch eine sorgfältig ausgearbeitete Strategie gelingt es ihm, Harold zu besiegen – der König stirbt durch einen Pfeil ins Auge.



Sieg!
Am Weihnachtstag 1066 lässt sich Wilhelm, der fortan „der Eroberer" genannt wird, in der Abtei von Westminster zum König von England krönen. Seine Herrschaft wird mehr als 20 Jahre dauern.
Wir auf den Spuren von 1066 – Reisebericht England 2012
Quelle: „Wilhelm der Eroberer" von Annie Fettu